Alzheimer
Eine andere Welt?

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Blaue und graue Tage
Interviews
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Neue Ausstellung:
Was gut für mich ist

      


     Den ersten Kontakt mit dieser Krankheit hatte ich durch einen Auftrag des SPIEGEL vor sechs Jahren, ein Jahr später folgte eine weitere Arbeit für den STERN. Die Auseinandersetzung mit der Krankheit hat mich jedoch weit über die Aufträge hinaus gefesselt, so dass ich seitdem viel Zeit in verschiedenen Einrichtungen verbringe und fotografiere.

     Im Dialog mit Angehörigen, professionell Pflegenden und vor allem durch die Erfahrungen im Umgang mit den Betroffenen selbst entdecke ich immer wieder neue Sehweisen. So habe ich weniger einen Zugang zu einer anderen Welt, als eher eine andere Sicht auf die Welt gewonnen. In ungewohnten Verhaltensweisen auch Ausdruck ausgelebter und eingeforderter Selbstbestimmung zu sehen, Gefühlswelten und Genussfähigkeit aufzuspüren, ist mir deshalb eine größere Herausforderung, als ihren Verlust zu dokumentieren.

 Meistens begleite ich den ganzen Tag über eine Person. Wir laufen Wege ab, suchend, kommentierend, fragend. Wir entdecken Absonderlichkeiten, erforschen Grenzen und selbst wenn wir selten dieselbe Sprache sprechen, entstehen manchmal Situationen einer gewissen Komplizenhaftigkeit, oft sind es diese Momente, in denen die Bilder entstehen.      
     Die Bilder sind in zwei verschiedenen Einrichtungen entstanden, die besondere Konzepte für die Betreuung von Demenzkranken entwickelt haben: Haus Schwansen in Rieseby und Pflegen & Wohnen in Hamburg.“