Alzheimer
Eine andere Welt?

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Blaue und graue Tage
Interviews
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Neue Ausstellung:
Was gut für mich ist

 


und fehlendem Mitteilungsvermögen in Sicherheit und Würde leben.

Mechthild Lärm zu dem Konzept von Haus Schwansen:

„Der Entscheidende Grundsatz unserer Arbeit ist der Glaube, an die Fähigkeiten des Menschen, sein Leben aus eigener Kraft zu gestalten. Die Philosophie der Einrichtung fordert, dass für jeden Bewohner unabhängig vom Grad der Pflegebedürftigkeit oder vom Stadium der Demenz, eine an den persönlichen Bedürfnissen orientierte, möglichst hohe Lebensqualität erreicht werden soll. In der Betreuung der altersverwirrten Bewohner gehen wir davon aus, dass demente alte Menschen keine Möglichkeit mehr haben, sich anders zu verhalten, als sie es tun. Sie haben mit der Zunahme der Demenz vielfältige Verluste erfahren. Dies hat Spuren und vor allem Ängste hinterlassen. Unser Konzept wird getragen von dem Bemühen um Einfühlung in die erlittenen Verluste und in die Ängste der betroffenen Menschen. Dazu ist es notwendig, Erkenntnisse aus den biographischen Gegebenheiten zu berücksichtigen. Dieser Pflege- und Betreuungsansatz akzeptiert den dementen Menschen so wie er ist. Er verlangt eine Umwelt, in der der demente Mensch sich so sicher und angstfrei fühlt, wie dies unter den gegebenen Umständen Möglich ist. Damit dies gelingen kann, ist es wichtig, völlig aus Zwangsmaßnahmen, einschränkende Entscheidungen und Restriktionen zu verzichten.“

Claudia Thoelen zu den Bildern:      

     „Eingetaucht bin ich in diese Welt zu einem Zeitpunkt, als die Krankheit bei den Betroffenen schon weit fortgeschritten war. Ein Stadium, welches extrem hohe Anforderungen an die Betreuung der Betroffenen stellt, so dass eine professionelle Pflege in einer stationären Einrichtung unumgänglich ist. Die Persönlichkeit der verschiedenen Menschen, die ich in den Einrichtungen kennen lerne und fotografiere, erschließt sich mir, nahezu ausschließlich aus dem, was ich gegenwärtig mit ihnen erlebe. Angehörige vermitteln mir zwar in Gesprächen biographische Details über das jeweilige Leben der Betroffenen, aber es verbinden mich keine emotionalen Beziehungen mit der Zeit vor Beginn der Krankheit. Den schmerzvollen und Kräfte zehrenden Prozess, den Angehörige erleben, habe ich nicht erfahren müssen. Deshalb bin ich mir bewusst, dass es das Privileg meiner Rolle als Beobachterin ist, dass ich das Eintauchen in diese Welt weit gehend als interessante und spannende Erfahrung erleben kann.