Alzheimer
Eine andere Welt?

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Blaue und graue Tage
Interviews
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Neue Ausstellung:
Was gut für mich ist
 

     „Anfangs konnte er noch einige Sachen alleine machen. Er ist noch in die Stadt gefahren, ging zur Bank und hat Briefe in den Briefkasten eingeworfen. Dann aber verwechselte er den Briefkasten mit einer gelben Abfalltonne... Es ging nicht mehr... Wenn er seine Unfähigkeit merkt, wird er depressiv und weint, weiß jedoch nicht warum.

     Seine Lieblingsbeschäftigung, die Modelleisenbahn, interessiert ihn nicht mehr. Er sitzt aber sehr konzentriert am Tisch, arbeitet mit seinen Duplosteinen, zerreißt gewissenhaft Papier, schüttet den Kaffee auf den Teller, tüncht das Brot in dem Kaffee oder steckt die Zeitung in seine Limonade. Nachher trieft alles... Wenn man ihn kritisiert oder etwas verbietet, so wird er ziemlich böse, ganz schön giftig. Er hat ganz schön Kraft in seinen Händen und wenn er mit seinen Fäusten loslegt, der kleine Räuber, dann ist es ganz schön happig. Der sicherste Weg ist immer wegzugehen und ihn ein paar Minuten alleine zu lassen. Ich möchte ihn nicht ins Heim geben, solange ich es noch irgendwie bewältigen kann. Es ist so schön, wenn man ihn wie einen normalen Sterblichen akzeptiert, auf seine Schwächen eingeht, keinen Bogen um ihn macht und ihn nicht wie ein besonderes Wesen behandelt, weil das dann einem für ihn so weh tut. Mein Gott! Er ist ja noch da! Er lebt!“ Elsa