Alzheimer
Eine andere Welt?

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Blaue und graue Tage
Interviews
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Neue Ausstellung:
Was gut für mich ist
 

     Nicht rationale Überlegungen, sondern Gefühle und unbewusste Motive sind dabei die Antriebsfeder. Vielleicht wird erst angesichts der Krankheit und der zunehmenden Hilflosigkeit des nahen Menschen das wahre Ausmaß der Liebe entdeckt ... Vielleicht klingen immer noch in den verborgenen Nischen der Seele Worte, die damals so viel bedeutet haben und beim Blick in die Augen des anderen erwacht das bunte Bild der gemeinsamen Vergangenheit ... Warum alle Belastungen so lange ertragen werden? Es kann die Hoffnung sein, dass die Diagnose doch nicht stimmt, Vertrauen in neue Medikamente, Freude über Augenblicke des gemeinsamen Glücks, Angst vor Einsamkeit, der Versuch, die gemeinsame Lebensgeschichte nicht entgleiten zu lassen oder aber die langsam wachsende Überzeugung, dass der Kranke in seiner kleinen Welt recht zufrieden lebt, solange er die einfühlsame Unterstützung spürt. Der Dank der Kranken bleibt meistens unausgesprochen und die Anzeichen ihrer stillen Zufriedenheit oder Verzweiflung werden im Alltag oft übersehen. Im Objektiv des Fotoapparats erstarren Augenblicke des Lebens zur Ewigkeit, aber, wie durch einen Zauber, werden abgebildete Gesichter und Körper in Stimmungen und Gefühle verwandelt, die Teile einer verschüttet geglaubten Welt enthüllen ...